Die digitale Gesellschaft in Deutschland
Wie oft und intensiv nutzen die Deutschen digitale Medien?
Laut dem (N)onliner Atlas waren 2009 knapp 70 Prozent der Deutschen online, allerdings sind digitale Medien für nur 26 Prozent fest im Alltag integriert. Wie die aktuelle Studie „Digitale Gesellschaft in Deutschland – Sechs Nutzertypen im Vergleich“ zeigt, gehören 35 Prozent der Deutschen zur Gruppe der digitalen Außenseiter und 30 Prozent sind lediglich Gelegenheitsnutzer. Dabei ist mittlerweile nicht mehr so sehr die Ausstattung schuld an der digitalen Spaltung, sondern auch Kompetenz, Wissen, Nutzungsvielfalt und -intensität sowie die Einstellung gegenüber den digitalen Medien unterscheiden sich innerhalb der Bevölkerung erheblich.
Die digitalen Außenseiter haben ein Durchschnittsalter von 62,4 Jahren. Diese Zielgruppe weißt nicht nur das geringste Potenzial und Nutzung auf, sondern hat auch die negativste Einstellung gegenüber digitalen Medien. Viele sind weder materiell gut ausgestattet, noch können sie mit Begriffen wie E-Mail oder Homepage etwas anfangen.
Die Gelegenheitsnutzer dagegen nehmen zumindest teilweise am Geschehen der digitalen Gesellschaft teil, sind durchschnittlich 41,9 Jahre alt und besitzen einen PC oder ein Notebook, das sie meist privat verwenden. Allerdings besteht auch in dieser Zielgruppe noch Nachholbedarf und klassische Medien werden bevorzugt.
Neun Prozent der Deutschen gehören zu den Berufsnutzern, die im Schnitt 42,2 Jahre alt sind. Sie nutzen insbesondere das Internet für berufliche Zwecke, privat sind sie kaum online.
Den höchsten Männer- sowie Schüleranteil verzeichnen die Trendnutzer (elf Prozent; 35,9 Jahre). Bei Trendnutzern ist häufig die ganze Bandbreite an digitalen Geräten vorhanden. Der Trend geht dabei klar zum Zweitcomputer. Die Mitglieder dieser Gruppe verfügen über umfassende Kompetenzen am Computer und kennen sich größtenteils bestens in der digitalen Welt aus.
Die digitalen Profis (zwölf Prozent; 36,2 Jahre)sind überwiegend männlich und berufstätig. Sie verfügen sowohl zuhause als auch im Büro über eine sehr gute digitale Infrastruktur. Ihre Fähigkeiten sind umfangreich, sie kennen sich mit Makroprogrammierung oder Tabellenkalkulation aus und können sich auf komplexen Terrains ausleben.
Die letzte Nutzergruppe, die digitale Avantgarde (drei Prozent; 30,5 Jahre), hat ein eher noch geringeres Einkommen und lebt oft in einem Singlehaushalt. Auffällig hoch sind ihre mobile und geschäftliche Internetnutzung. Auch diese Zielgruppe zeigt sich äußerst kompetent gegenüber digitalen Themen und verbringt durchschnittlich elf Stunden täglich vor dem PC.
Quelle: W&V, 03/2010


